Antworten der Quds-AG auf Fragen, Meinungen und Kritik

 

13.08.2009

 

1.Was wollt ihr Ausländer eigentlich in unserem Land? Macht eure Revolution doch in eurer Heimat.

Deutschland ist für manche von uns die erste und für andere die zweite Heimat. Wenn du die Staatsbürgerschaft meinst, sind viele von uns Deutsche. Wenn du Eigentumsrechte auf manche Erdteile meinst, sagt Goethe dazu; „Gottes ist der Orient, Gottes ist der Okzident“. Alles was Deutschland angeht, ist auch unsere Angelegenheit. Muslime sind keine Nationalisten, denn die Ideologie des Nationalismus ist mit Islam nicht vereinbar. Aber Heimat ist etwas anderes. In unserer Rechtsschule ist der Ort (Gemeinde oder Stadt), in dem man arbeitet und lebt „die Heimat“. Der Ort, an dem man geboren wurde und aufgewachsen ist, bezeichnen wir ebenfalls als Heimat. Demnach kann ein Muslim zwei Heimaten haben. Wenn man die Grenzen der Heimat verlässt, gilt man als Reisender und manche religiöse Pflichten, wie die täglichen Gebete, sind auf der Reise verkürzt zu verrichten. Nehmen wir beispielsweise an, Stefan ist in Düren geboren und mit 19 nach Berlin umgezogen. Nun lebt und arbeitet er in Berlin. Er hat zwei Heimaten. Aber wenn er für eine Woche nach Dresden fährt, gilt er dort als Reisender. Heimat bezieht sich nur auf die geografischen Grenzen des Ortes und nicht auf die Grenzen der Staaten, die durch Kriege, Kolonialismus oder Besatzung gezogen wurden, um die Menschen zu trennen und zu verfeinden.

 

2.Für euch ist der Quran das wichtigste und heiligste Buch. Mit dem Grundgesetz habt ihr doch gar nichts im Sinne. Aber nun argumentiert ihr mit dem Grundgesetz gegen die Bundespolitik; das ist ziemlich heuchlerisch.

Die Grundlage des Gemeinwesens bildet hier das Grundgesetz, zumindest solange keine Verfassung in Kraft getreten ist. Jede Gesellschaft braucht Gesetze und Ordnung. Das Grundgesetz ist keine Glaubensangelegenheit, man muss nicht an seine Artikel glauben, sondern sich zu deren Einhaltung verpflichten. Gesetzlosigkeit und Anarchie sind mit dem Islam nicht vereinbar. Egal in welchem Land dieser Welt; der Muslim richtet sich eher nach dem gültigen Gesetz, selbst wenn es sich dabei um ein schlechtes Gesetz handeln würde, als die Gesetzlosigkeit zu praktizieren. An dieser Stelle sei angemerkt; Wir haben keine Besitzansprüche auf den Quran! Er ist für alle Menschen, wenn sie es wollen.

 

3.Ich habe den Aufruf zur Demonstration gelesen und fand ihn sehr interessant. Ich würde auch gerne teilnehmen, aber ein Freund erzählte mir, dass ihr mit den antisemitischen Rechtsradikalen zusammenarbeitet. Ich habe auf eure Internetseite noch nichts dergleichen gefunden, aber auch noch nicht alles gelesen. Nehmen denn die Nazis nun auch an der Demo teil oder nicht?

Der Islam lehnt jede Form von Rassismus ab. Wir sind keine Antisemiten, aber wir sind gegen Zionismus. Die Unterscheidung zwischen Zionismus und Antisemitismus war in Deutschland bis vor einigen Jahren politisch nicht „erlaubt“. Doch inzwischen haben es die Meisten begriffen. Zionismus ist keine Religion, sondern eine rassistische Herrschaftsideologie, die eine über 100-jährige schreckliche Bilanz aufzuweisen hat. Dazu gibt es jede Menge Schriften und Veröffentlichungen, die du im Internet finden kannst. Wir haben mit dem Rechtsradikalismus nicht das Geringste zu tun, und glauben kaum, dass die Nazis mit unserem Inhalt etwas anfangen können. Also nehme doch einfach an der Demo teil, und falls du rechtsradikale Tendenzen oder Parolen feststellen solltest, kannst du die Seite wechseln und gegen uns demonstrieren.